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Schütz' pragmatische Theorie der Lebenswelt
pp. 195-207
Abstract
Das in der methodologischen Debatte in der Soziologie intensiv diskutierte Schütz'sche Adäquanzpostulat besagt, dass wissenschaftliche Typen so konstruiert werden müssen, dass sie mit der Perspektive des in der relativ natürlichen Einstellung Handelnden kongruent sind (Schütz 1971: S. 50; 1972: S. 21). Über die Operationalisierung dieser Kongruenz wurde viel gerätselt, denn man nahm häufig an, sie gäbe eine Regel an die Hand, um alltägliche Typisierungen in wissenschaftliche umzuwandeln, oder diese an jenen zu verifizieren. Wiederholt wurde dann mit einiger Enttäuschung festgestellt, dass Schütz keine exakten Anweisungen für diese Prozedur erarbeitet hatte und daher seine Fundierung der Sozialwissenschaften methodologisch gescheitert oder zumindest fraglich sei (vgl. Gorman 1977, insb. Kap. 2. und 3.; Helling 1979; Eberle 1984: S. 304 f.). Darüber wird häufig der eigentliche Kontext vergessen, in dem das Adäquanzpostulat in der Schützschen theoretischen Konzeption steht. Diesen Kontext will ich im Folgenden skizzieren.
Publication details
Published in:
Srubar Ilja (2007) Phänomenologie und soziologische Theorie: Aufsätze zur pragmatischen Lebenswelttheorie. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Pages: 195-207
DOI: 10.1007/978-3-531-90734-5_9
Full citation:
Srubar Ilja (2007) Schütz' pragmatische Theorie der Lebenswelt, In: Phänomenologie und soziologische Theorie, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 195–207.